Sonntag, 30. April 2017

Restaurant-Tipp


Ich möchte mich heute mal als Restauranttester versuchen. Peking-Ente ohne Ente - Chicken ohne Chicken. Und das für einen fairen Preis. Gibt es nicht? Oh, doch. In dem veganen Restaurant Peace Food an der Huestraße 74 im Essener Stadtteil Schonnebeck. Das Restaurant wird von einer Familie aus Nordvietman geführt. Mein Tipp für alle, die gerne fleischlos essen. 5 Sterne…



Dienstag, 11. April 2017

Nach 72 Jahren…

Auf insgesamt 39 Friedhöfen im Stadtgebiet von Essen ruhen fast 10.000 Kriegstote aus beiden Weltkriegen. Es sind Bürger, Soldaten, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Menschen jüdischen Glaubens, Männer, Frauen und Kinder. Sie alle wurden Opfer von Krieg oder Gewaltherrschaft. Statistik.
Auch auf dem Bergfriedhof in Fischlaken haben viele Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden. So wie die drei jungen Soldaten, die in den letzten Kriegstagen von einem Militärgericht verurteilt und standrechtlich erschossen wurden. Sie liegen nebeneinander. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Grab von Heinz Hicking. Es brennt eine Kerze davor. Aber wer besucht noch einen Menschen, der vor 72 Jahren gestorben ist? Am Wochenende sah ich ein älteres Ehepaar vor dem steinernen kleinen Kreuz. Renate aus Überruhr, 76 Jahre alt, besucht seit vielen Jahrzehnten hier in Fischlaken ihren Bruder. Sie hat nur noch ganz schwache Erinnerungen an ihn. Sie war 4 Jahr alt, als ihr Bruder Heinz durch die Kugel eines amerikanischen Soldaten im April 1945 starb. Die Familie wohnte damals in der Mintropstraße. Der Krieg war schon fast vorbei, das Ruhrgebiet von amerikanischen Truppen umzingelt. Rund um Werden gab es noch Gefechte, weil sich Unbelehrbare immer noch den Alliierten zur Wehr setzten. Heinz Hicking, Lehrling in einem Druckhaus, wollte nur ganz kurz Kartoffelschalen für seine Kaninchen vom Feld besorgen, als ihn die Kugel traf. Ärztliche Hilfe konnte in den Kriegswirren nicht mehr geleistet werden. Der Junge starb. Sein Vater hob oben auf dem Bergfriedhof eigenhändig das Grab aus, erzählt mir die jetzt betagte Schwester. Die Mutter kam nie richtig über den Tod ihres Sohnes hinweg. Auch Renate hat immer noch ein inniges Verhältnis zu ihrem Bruder. Und das nach 72 Jahren. Ein Krieg endet für die Angehörigen nie.




(c) uk-Fotos

Montag, 3. April 2017

Sehenswert



Das war hohe Schauspielkunst der Theatergruppe „MAKIBA“ . Alleine die Leistung von Klaus-Dieter Nagel ist aller Ehren wert. Er lag fast eine halbe Stunde „tot“ auf der Bühne im Steeler Grend ohne die geringste Bewegung, bevor er dann so richtig loslegte. Sein Sologesang hätte sogar Helge Schneider vor Neid erblassen lassen. Besonders vor der Leistung des Hutmachers, gespielt von der 22-jährigen Sonja Kunkel, ziehe ich meinen Hut. Das Stück „Lautlos“, aufgeführt am Freitag und Sonntag im „Grend“ -  eine wahre Meisterleistung aller Schauspieler.  Da hat das Ehepaar Mareike (Regie) und Lupa (Musik) Covella eine klasse Inszenierung auf die Bretter gebracht, mit einem Schuss schwarzen Humor.


Das Theater „Makiba“ existiert seit 2008 und ist fester Bestandteil der Kulturkooperation des Franz-Sales-Hauses. Das Ensemble besteht aus Schauspielern mit und ohne Behinderung.

Das Stück wird am Sonntag, dem 11.4.2017 um 15.30 Uhr im Hotel Franz, Steeler str. 261, noch einmal aufgeführt. Eine Wiederaufnahme ist für den Herbst geplant.


Weitere Infos: http://www.franz-sales-haus.de/wohnen/aktuelles/teaser/mal-anders/theater-makiba.html








Freitag, 17. März 2017

Besuchertipp: Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf




Ally, ein kleines Mädchen mit Down-Syndrom, lebte mit ihrer Familie in Düsseldorf und wurde im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nazis ermordet. Ihre kurze Lebensgeschichte kann in der Mahn- und Gedenkstätte in der Landeshauptstadt nachgelesen werden. Immer wenn ich in der Altstadt bin, mache ich einen Abstecher in die Mahn- und Gedenkstätte in dem ehemaligen Stadthaus an der Mühlenstraße 29. Bis zum 28.5.2017 findet in dem denkmalgeschützten Gebäude eine Fotoausstellung von Fred Stein statt. Der Jurist jüdischen Glaubens floh zunächst nach Paris und später nach New York. Aus der Not geboren wurde er Fotograf. Seine Bilder sind heute in großen Museen der Welt zu sehen. Der Eintritt ist frei. 

Infos: http://www.gedenk-dus.de/












Sonntag, 12. März 2017

Rotzen



 „Männer sind Schweine“. Gut, in dem Lied der „Ärzte“ ging es um andere Köperflüssigkeiten. Aber bei dem kurzen Leserbrief, erschienen am letzten Freitag in meiner Tageszeitung NRZ, muss ich dem Verfasser H. Küpper aus Essen (oder war es eine Verfasserin?) unbedingt zustimmen. Ekelhaft wie manch Fußballer seinen Speichel im hohen Bogen auf dem grünen Rasen verteilt. Noch ekelhafter, wenn der Sportsender dem Zuschauer davon eine Zeitlupe anbietet. Warum gibt es diese Art der „Spuckerei“ eigentlich nicht in anderen Sportarten? Zugegeben im Eishockey spucken die Spieler auch schon einmal  gerne wie Lamas gegen die Bande - oder im amerikanischen Baseball garniert mit Kautabak. Bei Frauen habe ich so etwas noch nicht gesehen. Sie sind eben doch die besseren Menschen. Männer sind nun einmal Schweine. In diesem Zusammenhang Fußball spielende. Wie wäre es, wenn der „rotzende“ Kicker für sein Tun die gelbe Karte bekäme - im Widerholungsfall "Rot".
 

Interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/Speichel




Mittwoch, 8. März 2017

Dümmer als die Polizei erlaubt



Rainer Wendt, Vorsitzender der kleineren Polizeigewerkschaft und CDU-Mitglied, war Gast in fast jeder Talkrunde, wenn es um das Thema Sicherheit ging.  Warum eigentlich immer wieder (dieser) Gewerkschafter und keine Polizeiverantwortlichen aus den Ministerien? Diese Frage habe ich mir oft gestellt. Meine Vermutung: Die letzteren tauchen gerne mal ab und überlassen das Feld der Öffentlichkeitsarbeit den Arbeitnehmervertretern, gerade wenn es um brisante Sicherheitsfragen geht. Die müssen auch nicht immer politisch korrekt sein. Wendt ist das beste Beispiel dafür. Von polizeilicher Selbstkritik keine Spur. Und der für Gewerkschaftsaufgaben freigestellte Hauptkommissar kann ganz gut austeilen. Das kriegt die Justiz auch schon einmal öffentlich ihr Fett weg. Er war in jedem Polizeithema so genannter Experte. „Der nimmt kein Blatt vor den Mund“, sagte mir einmal ein Journalist, “und andere kriegen wir nicht so leicht vor die Kamera.“

Jetzt holt den “Law and Order – Gewerkschafter“ sein eigenes „geldgieriges“ Fehlverhalten auf den Boden der Tatsachen zurück. Da für die meisten Bundesbürger die Rollenverteilung innerhalb der Polizei nicht klar ist (sein kann), hat der Boss  der kleineren Polizeigewerkschaft (DPolG) der Polizei als Exekutivorgan des Staates und seiner eigenen Gewerkschaft einen Bärendienst geleistet, flankiert von den  Verantwortlichen des NRW-Innenministeriums. Politisch dümmer als die Polizei erlaubt. 





 Rainer Wendt (60) seit 10 Jahren Vorsitzender der Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund (Foto: Wikipedia)


Freitag, 24. Februar 2017

Fahrad geklaut - Aziz bekam neues Rad


Der Aufruf von Aziz an die Diebe blieb erfolglos – jetzt bekam der kranke Junge ein neues BMX-Rad

Den Aufruf („Wer mein Fahrrad geklaut hat. Könnt ihr mir das bitte wieder zurückgeben“) des kleinen Aziz (11) aus Witten an die Diebe hier auf Facebook ist noch in guter Erinnerung. Ich habe ihn geteilt und in meine Chronik gestellt. Der Kommentar von Peter Dettmar, lautete: „Wenn das Rad nicht wieder auftaucht, holen wir eins. Das kriegen wir doch noch hin. Peter bezahlt, Uwe transportiert.“
Peter Dettmar, Essener Journalist, und ich, Ex-Polizist und ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der McDonald’s Kinderhilfe blieben am Ball. Die zuständige Bochumer Polizei kümmerte sich auf einen Hinweis von mir sofort um den Fall. Leider erfolglos. Das gestohlene BMX-Rad des 11-Jährigen blieb verschwunden. Knapp vier Wochen später erfolgte heute die Einlösung unseres Versprechens. Wir überraschten Aziz mit einem neuem BMX-Rad. Nach der ersten Freude über das „total coole Fahrrad“, dem Zusammenbau und Stärkung, drehte Aziz auch gleich eine Runde ums Haus.
Bei Kuss-Kuss, süßem Gebäck und türkischem Tee erzählte Aziz Mutter uns „Fahrradkurieren“ die Krankengeschichte ihres Jungen. Vor drei Jahren bekam er Leukämie. Die Familie aus Witten an der Ruhr wohnte während der Behandlungszeit in der Essener Uni-Klinik im Hundertwasser Haus der McDonald’s Kinderhilfe im Grugapark. Ein Zuhause auf Zeit, um immer in der Nähe ihres Kindes seien zu können. Die Krankheit griff in der Folge Herz und Lunge an. Nur noch eine Transplantation hätte das Leben ihres Kindes retten können. Drei Jahre später - Mitte letzten Jahres, Aziz lag wieder einmal im Essener Klinikum, kam die lang ersehnte Nachricht: „Ein Spenderherz und eine Spenderlunge sind da.“ Mit dem Rettungshubschrauber wurde Aziz nach Hannover geflogen, wo ihm in einer 12-stündigen Operation in der Uni-Klinik die beiden Organe eingesetzt wurden. Aische Sahin: „Es grenzt an ein großes Wunder, dass unser Kind noch bei uns ist.“


© uk-Fotos