Sonntag, 27. Mai 2018

Gereon Buchholz - (m)ein Nachruf


Der Raubmord 1986 an „Pommes-Erwin“ an der Ecke Grafenstraße/ Hufergasse brachte uns zusammen. Gereon Buchholz war gerade als junger  Redakteur Leiter der Werdener Nachrichten geworden, ich als nicht mehr ganz so junger Polizist Leiter der Pressestelle der Essener Polizei. Das Kapitaldelikt in der Imbissstube im denkmalgeschützten Fachwerkhaus war tagelang Stadtgespräch im Dorf. Schon damals fiel mir Gereon Buchholz auf. Ruhig, sachlich, höflich, bescheiden. Ganz das Gegenteil seiner oftmals hektischen und teilweise überdrehten Kolleginnen und Kollegen der Tages- oder Boulevardpresse.

In den folgenden 20 Jahren hatten wir nicht so viele dienstliche Kontakte, weil es in Werden und seinem Umland im Vergleich zu den anderen Essener Stadtteilen eher ruhig zugeht.  Hier und da ein schwerer Unfall, die Diskussion über eine kleine Trennmauer auf dem „Werdener Berg“ oder der Mord 1992 in der Kneipe an der Bungertstraße vor den Augen dänischer Fußballfans. Das letzte dienstliche Zusammentreffen erfolgte 2008 und nochmals sechs Jahr später in (m)einer anderen Funktion.
Gereon Buchholz 2014 beim Interview mit dem damals neuen Leiter der Polizeiinspektion Süd, Holger Schepanski


2008 standen wir bis spät in die Nacht vor dem brennenden Dachstuhl der Folkwang Musikhochschule. Ich merkte wie ihn das Unglück schmerzte. So ein verheerender Brand in „seiner“ Folkwang Schule, in seinem Werden. Und im Feuerschein bei den aufwendigen Löscharbeiten  plauderten wir über  unsere gemeinsame Zeit und über „unser“ Dorf. Als Fischlaker trafen wir uns danach immer mal wieder. Im letzten Sommer saßen wir bei herrlichem Sonnenschein im Garten des Dingerkus Hauses zusammen. Da erfuhr ich viel Privates von ihm und er von mir.  Von da an waren wir per Du.

Der plötzliche Tod von Gereon hat mich geschockt. Er wurde nur 59 Jahre alt. Ein langjähriger Wegbegleiter, ein guter Bekannter ist nicht mehr da. Aber eins steht jetzt schon fest. Die vielen herzlichen Nachrufe geben mir recht. Gereon Buchholz hinterlässt eine verdammt große journalistische und private Lücke in unserem südlichen Stadtteil. Und bei mir auch. Mach’s gut, Gereon.
Die Trauerfeier findet am kommenden Mittwoch, 30.5.2018, 9.30 Uhr,  St. Bonifacius-Kirche, Moltkestraße und anschließend die Beisetzung auf dem Siepenfriedhof, Becksiepenstraße statt.

1 Kommentar:

  1. So war er – und es sind solche Erinnerungen, die ihn in unserem Leben weiterleben lassen.

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