Montag, 20. Mai 2019

Weltbienentag


Heute ist Weltbienentag. Rund 500 (!) Wildbienenarten sind vom Aussterben bedroht. Und nicht nur die. Das Insektensterben schreitet voran. In den letzten 30 Jahren sind rund 70 Prozent verloren gegangen. Als Kind kann ich mich noch gut daran erinnern, wie nach jeder Autofahrt mein Vater die Frontscheibe mühsam von Insekten säubern musste. Und heute? Nix mehr. Den Insektenschwamm kann man sich sparen. Für das Aussterben verantwortlich ist in erster Linie die Landwirtschaft, wie wir sie betreiben. Bebauung, Monokultur, Pestizide. Da spielt die Diskussion über „Vorgärten des Garuens „ vor Häusern nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings fängt bei der Gestaltung des eigenen Wohnumfeldes das Bewusstsein zur Erhaltung der Natur an. Für NRW plant der NABU eine Volksinitiative, die sich am Beispiel Hamburg und dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" aus Bayern orientiert.

Freitag, 3. Mai 2019

"Friday for Future"


„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“. Diesen Spruch skandierten viele hundert Schüler und Schülerinnen immer wieder vor der Grugahalle, wo heute die jährliche Hauptversammlung des Energieriesen RWE stattfindet. Aber nicht nur junge Demonstranten aus ganz NRW fanden sich am heutigen „Friday for Future“ um 10.30 Uhr ein, sondern auch ältere aus verschiedenen Umweltorganisationen. Sie alle demonstrierten gegen die Klimapolitik von RWE. Unter den rund tausend Menschen waren auch Rebecca, Charlotte, Louiza, Lotta-Marie, Antonia und Clara aus Essen-Werden, -Heidhausen und -Fischlaken. Die Mädchen vom Werdener Gymnasium kenne ich als „Greenteam“ von ihren Säuberungsaktionen in den südlichen Stadtteilen. Einen guten Job machten auch die vielen Polizistinnen und Polizisten. Eine Kollegin sagte mir am Rande: “Ich finde es klasse, was die jungen Leute so auf die Beine stellen.“ Gelassen reagierte auch die Polizei als eine Handvoll Schüler aus Hagen, Köln und Velbert direkt vor der Wache die Norbertstraße für ein paar Minuten blockierten.“ Nach der Auftaktveranstaltung vor der Grugahalle marschierte der Demonstrationszug über die Rüttenscheider Straße in Richtung Innenstadt zur Abschlusskundgebung auf dem Kennedyplatz.










Sonntag, 21. April 2019

Frohe Ostern


Wenn die Geschichte stimmt, starb Jesus für unsere Sünden am Kreuz. Heute gedenken wir Christen seiner Auferstehung. Die drei großen Religionen feiern in diesen Tagen wichtige religiöse Feste, die Christen Ostern, die Muslime die Berât-Nacht (Nacht der Vergebung)  und die Juden ihr Pessach Fest. Viele Menschen nutzen die freien Tage für vielfältige Freizeitaktivitäten. Sie stehen an der holländischen Grenze am Karfreitag im Stau oder bei diesem Sommerwetter in Menschenschlangen an den Ausflugszielen. Jeder wie er es mag. Wir  hatten kaum Menschenkontakt auf dem Park- und Ostfriedhof und besuchten die Gräber von russischen Zwangsarbeitern, von Jessiden, vom ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, vom ehemaligen NRW-Finanzminister Diether Posser und seinem Neffen, dem bekannten Schauspieler Diether Krebs. Die beiden Politiker habe ich als junger Schutzmann noch schützen dürfen. Es waren stille Momente.
Auch das ist Ostern 2019. In Sri Lanka werden Menschen in Gottesdiensten weggebombt. Die Behörden sprechen von mindestens 180 Toten. Was für eine verkehrte Welt. Trotzdem wünsche ich allen ein frohes Osterfest.




Mittwoch, 17. April 2019

Wir saufen uns zu Tode


Jeder Deutsche trinkt im Schnitt jährlich eine Badewanne voll Alkohol. Das sind exakt 131,1 Liter pro Kopf. Rund 74.000 Tote sterben an den Folgen, so schätzen Mediziner. 
Wo bleibt der Aufschrei wie bei anderen Gesundheitsthemen? Ich bin auf die Reaktion der Gesundheitsexperten (Spahn/ Lauterbach u.a.) gespannt? Meine Vermutung: Es passiert nix, wir gehen wiederzur Tagesordnung über. Na dann, Prost. (Quelle: Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Jahrbuch Sucht 2019).


Montag, 1. April 2019

Arabische Clans - Jahrelang weggeschaut


Essens Polizeipräsident Frank Richter, der heute seinen 60. Geburtstag feiert, spricht nun über arabische Clans in seiner Stadt Klartext und damit vielen seiner Polizeikolleginnen und –kollegen aus dem beruflichen Herzen, denen das Problem schon seit Jahrzehnten bekannt ist. Nur die liberale Politik wollte bis vor kurzem davon nicht viel wissen oder hat einfach weggeschaut. Integration? Wird schon irgendwie klappen. Bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren war das kriminelle Verhalten der arabischen Clans in Polizeikreisen bekannt. In einer der jährlichen Kriminalitätsstatistiken tauchte diese männliche Bevölkerungsgruppe plötzlich mit 120 Prozent (!) Tatbeteiligung der in Essen lebenden ausländischen Straftäter auf. Der vermeintliche Fehler lag im statistischen Erfassungssystem. Den Behörden war es in dieser Zeit noch per Erlass aus der Landeshauptstadt grundsätzlich untersagt, ausländische Straftäter in der aktuellen Berichterstattung als solche zu benennen, es sei denn, man kam nicht drum herum, zum Beispiel bei Verstößen gegen das Ausländerrecht. Auch für mich, damals „Sprachrohr“ der Essener Polizei, galt der „Maulkorb“, obwohl immer wieder meine Kollegen um Offenheit baten. Auch die mir bekannten Polizeiberichterstatter der örtlichen Medien mieden das Thema Ausländerkriminalität generell. Ein Polizeireporter sagte mir einmal: “Wir können doch kein Öl ins ausländerfeindliche Feuer gießen.“ Öffentlich durfte niemand dieses „heiße“ politische Thema anpacken. In den Dienststuben schwoll den Polizisten der Hals. Immer wieder hatten sie es mit diesen jungen und ganz besonders bestimmten arabischen Männern zu tun. Diebstahl, Raub, Gewaltdelikte. Lügen, wenn nach der Herkunft von Geld, Gold und sonstigen Werten gefragt wurde. Antworten, wie „von Fix und Foxy geschenkt bekommen“, mussten zähneknirschend akzeptiert werden. Selbst der Versuch im Polizeisportverein, eine arabische Fußballmannschaft zu integrieren, haute nicht hin. Es gab immer wieder Ärger.

Einem Essener Ordnungsdezernent, der die ausländerrechtlichen Problematik mit dieser Klientel offen und politisch unklug ansprach, kostete es den Job. Alle, die damals in der Verantwortung standen, müssten heute einen roten Kopf bekommen. Nun fliegen das Scheitern der Integration dieser arabischen Minderheit, das Wegschauen der Politiker und auch vieler Medien der Gesellschaft um die Ohren. Erst jetzt zeigen die Regierungsverantwortlichen und die Polizei klare Kante, zumindest in NRW und Essen. Polizeipräsident Frank Richter (60) sprach in einem Interview die Probleme mit den arabischen Clans in einem Interview mit "FOCUSonline" offen an.

Dienstag, 26. März 2019

Auf Streife in New York


Vor knapp 30 Jahren war ich zusammen mit zum ersten Mal in New York. Danach ließ mich diese Stadt nicht mehr los. Wie ein Magnet zog es mich immer wieder hin. So brachte ich es in den Folgejahren auf 10 Besuche. Da meine Frau die gleiche Liebe zu dieser Stadt empfand, verbrachten wir dort einige unserer Jubiläen. 50. Geburtstag, Silberhochzeit etc. Und bei jeder Visite kam ich mit den Menschen und besonders mit meinen Polizeikollegen ins Gespräch. Da ließen sich sogar Angehörige der SWAT-Einheiten vor besonders gefährdeten Gebäuden, wie die Grand Central Station, ohne Probleme fotografieren. Bei uns undenkbar. Warum ich das erzähle?
Ich möchte meinen jüngeren Polizeikolleginnen/-kollegen diese verrückte und doch liebenswerte Metropole schmackhaft machen. Die International Police Association (IPA) Deutschland sucht Polizistinnen und Polizisten, die sich im Rahmen eines Austauschprogramms für eine ZDF-Reportage („Streife fahren in New York“) zur Verfügung stellen. Schon im September 2019 beginnen die Dreharbeiten. In der aktuelle Ausgabe von "IPA aktuell" werden die Voraussetzungen der Teilnahme an dem Austauschprogramm genannt: Alter bis 35 Jahre, IPA-Mitglied, gute Englischkenntnisse. Bewerbungen nimmt bis zum 14. April 2019 der Kollege Jürgen Glaub entgegen: juergen.glaub@ipa-deutschland.de Ich würde mich riesig freuen, wenn ein Essener Polizist in New York City auf Zeit Streife fahren würde.

Samstag, 23. März 2019

"Greenteam“ zaubert Müll weg


Die sechs Mädchen aus der sechsten Klasse des Werdener Gymnasiums haben heute unseren Stadtteil Fischlaken ein bisschen sauberer gemacht. Bewaffnet mit Bollerwagen und Mülltüten ging es los. Rebecca, Charlotte, Louiza, Lotta-Marie, Antonia und Clara kamen mit sieben Beuteln voller Abfall zurück.

Das „Greenteam“ möchte etwas zur Müll- und insbesondere Plastikvermeidung tun. Und so sammelten die Mädchen in vier Stunden an ihrem freien Samstag (!) aus den Grünanlagen rund um die Fischlaker Straße den weggeworfenen Müll. „Am Ekligsten waren die Plastiktüten mit Hundekacke, die wir aus den Sträuchern geholt haben“, sagte mir eine Schülerin. Vor so viel Engagement ziehe ich meinen Hut Greenteams sind die Kids von der Umweltorganisation Greenpeace. Mittlerweile gibt es bundesweit rund 3500 Kinder in 900 Teams, die sich für Klimaschutz und Müllvermeidung einsetzen. Info: https://kids.greenpeace.de/


Dienstag, 19. März 2019

Herman van Veens Unfallschilderung ist preisverdächtig


Wer meine Frau und mich kennt, weiß wen wir besonders mögen. Über viele Jahrzehnte verfolgen wir seine Musik, sein Spiel, seine Komik, sein Leben. Herman van Veen, mit dem einen N am Ende des Vornamens und der Glatze. Sabine sagte mal: „Ich liebe zwei Männer, dich und Herman.“ Das schönste Kompliment. Weil ich ihn auch liebe. Gestern wurde der Holländer 74 Jahre alt. Und in seiner Stadt Utrecht erschoss jemand drei Menschen. Aber ich wollte etwas anderes von ihm erzählen. Der Niederländer mit der sanften und doch so kräftigen Stimme und dem formidablen Geigenspiel hatte vor ein paar Tagen einen Autounfall im Norden auf dem Weg zu einem Konzert. Im Unfallprotokoll der Polizei wird der VU (amtliche Abkürzug für Verkehrsunfall) wahrscheinlich so oder so ähnlich wieder zu finden sein: „Der Unfallbeteiligte 02 befuhr die Straße in nördliche Richtung, gefolgt von dem Unfallbeteiligten 01 (Anmerkung: 01 ist immer der vermeintliche Unfallverursacher).Der 02 musste an einer Einengung abbremsen, der 01 fuhr ungebremst auf das Fahrzeug vor ihm auf. Der Fahrer des 01 und die beiden Insassen im Font (03,04) klagten über Nackenschmerzen und wollen selbstständig einen Arzt aufsuchen. Es entstand hoher Sachschaden.
Jetzt kommt Herman van Veens Version, die er noch am selben Tag in die soziale Netzwelt posaunte bzw. fidelte: „Klatschen. Mit einer Geschwindigkeit von Hundert fuhren wir durch eine sanfte hügelige norddeutsche Landschaft, Regen, Windböen Schneeschauer. Ich sah ein Reh. Noch in Gedanken auf dem Rücksitz sitzend dachte ich an den Klimamarsch von Amsterdam. Wäre gerne dabei gewesen, zusammen mit Robin. Rette das Klima, bald ist es zu spät, nichts zu tun ist teurer. Hoffentlich wird das Wetter besser als heute. Die Straße verengt sich, die Autos stoppen in letzter Sekunde. Quietschende Bremsen. Simon, der Fahrer, weiß es, geschickt rechtzeitig anzuhalten. Wir stehen direkt hinter einem Mitsubishi. Es ist ruhig, stütze mich, es dauert eine lange Zeit. Jetzt kommt der Schlag. Es ist, als wenn sich ein Nashorn durch den Kofferraum bohrt. Edith (Anmerkung: Edith Leerkes, seine musikalische Begleiterin und hervorragende Gitarristin) neben mir schreit. Simons Kopf dreht sich nach links. Die Rückenlehne des Rücksitzes hämmert zurück, etwas passiert mit meinem Hals. Halte den Atem an, Wische die Tränen von Ediths Wangen. Frage Simon, ob er okay ist. Wage es nicht, an meine Geige zu denken. Wir warten, warten. Denke, fühle es. Alles funktioniert noch. Ziegelstein im Kopf, Knick im Nacken, Dämpfer im Rücken. Schritte von älteren Menschen unter Schock. Das Auto hinter uns sieht aus wie eine Stahlversion eines aufgeblähten Hängebauchschweins. Der Fahrer lebt noch. Er hat die Farbe eines Toten. Krämpfe mit weißen Knöcheln am Steuer. Für einen Moment schien alles vorbei zu sein, Liebe, Dinge, der Gesang. Sonne bricht durch die Wolken, ein Reh springt an einem Weißdorn vorbei und wir wissen es sicher, wir leben. Abends erzähle ich zwischen  meinen Liedern Witze, Schmerzen und Geschichten. Vor allem unser Segen. (Ende der freien Überzeugung mit Hilfe des Google Übersetzers)
Herman, wenn doch alle meine Polizeikolleginnen und -kolleginnen so schöne Unfallberichte schreiben würden. Ich schlage dich hiermit für den Verkehrsunfall-Literaturnobelpreis vor. Toot ziens. Bis zum 16. Mai.

Montag, 18. März 2019

Meine junge Schwiegermutter "auf Schalke"

Eine junge Journalistin stürmt in das Büro des Präsidenten vom FC Schalke 04: „Entschuldigen Sie, daß ich hier hereingeschneit komme mitten in der Arbeitszeit; aber es ging nicht anders. Störe ich?“ Die dreiste Reporterin heißt Liselotte Bachmann aus Gelsenkirchen-Buer, gerade einmal 21 Jahre alt. Der Präsident der „Königsblauen“ ist Fritz Unkel, auch „Papa Unkel“ genannt: „Nein, keineswegs!“ Und es folgt ein langes Interview für eine Gelsenkirchener Tageszeitung. Der journalistische Überfall im Juni 1934 ereignet sich ein paar Tage vor dem Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Die Gegner: FC Schalke 04 und 1. FC Nürnberg im Poststadion von Berlin. Der Artikel endet mit den Zeilen: „Herr Unkel, ich wünsche Ihnen und Ihrer Mannschaft alles Gute, und kommen Sie mit strahlenden Gesichtern in den Kohlenpott zurück.“ Und der Präsident und seine Mannschaft kommen tatsächlich mit dem Titel zurück. Schalke gewinnt vor 45000 Zuschauern 2:1. Die Siegtore der „Knappen“ fallen kurz vor dem Abpfiff in der 88. und 90. Minute, die Torschützen Fritz Szepan und Ernst Kuzorra. Heute ziehe ich kurz nach dem Weltfrauentag und dem heutigen „Equal Pay Day“ meine Mütze vor der Dreistigkeit der jungen Journalistin, meiner späteren Schwiegermutter. Das Foto zeigt Lieselotte Bachmann bei einem Pressetermin in der „Schalker Glückaufkampfbahn“ gut behütet (!) und cool im Kreise ihrer männlichen Kollegen.





Dienstag, 5. März 2019

Doppelnamen und pinkelnde Männer


Plötzlich wird im Karneval eine Diskussion losgetreten, die ich nicht verstehe. Platte Witze gab es nämlich schon immer in der närrischen Zeit, politisch unkorrekt und manchmal ging’s auch unter die Gürtellinie. Jetzt springen einige Politiker*innen in die Lebenswirklichkeitsbütt und kritisieren den einen oder anderen Auftritt. Zunächst kochte der wütende Sprung von Frau Möller-Hasenbeck auf die Bühne im Kölner Gürzenich hoch, als der Karnevalist Bernd Stelter einen Witz über Annegret Kramm-Karrenbrauer („AKK“) und Geschlechtsgenossinnen mit Doppelnamen machte. Sie stellte Stelter vor laufender Kamera zur Rede ("Männernamen sind immer toll - und Frauennamen sind immer scheiße. Und Doppelnamen sind Doppelscheiße"). Tusch. Sie und ihr Ehemann erhielten Platzverweise und mussten den Festsaal verlassen.
Auf Anhieb schaffte Frau Möller-Hasenbeck es jedoch bei Google ganz nach oben. Gebt mal Gabriele ein. Dann geriet die CDU-Vorsitzende „AKK“ in die Schlagzeilen, weil sie einen Witz über pinkelnde Männer machte. Zugegeben, der Witz ist nicht so einfach zu verstehen. Da braucht man/ frau schon politischen Background. Also, platt ist der nicht. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes ein bisschen unter die politische Gürtellinie. Müssen sich jetzt alle Büttenredner*innen vorher einen politischen Berater*in anschaffen, um ja kein Fettnäpfchen zu treffen? Frau von der Leyen lässt grüßen.

Ne, lasst mal den Karneval und Fasching einfach so, wie er schon immer war. Sonst hängt er tatsächlich irgendwann am Galgen, wie es der Essener Karikaturist Thomas Plaßmann heute treffend auf den Punkt gezeichnet hat.Helau und Alaaf…

Sonntag, 3. März 2019

Klimaschutz im schulischen Alltag


Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg. 16 Jahre alt. Das schwedische Mädchen kämpft für eine bessere Umwelt. Jeden Freitag demonstriert sie in ihrer Heimat während der Schulzeit. So wurde sie zum Vorbild für viele junge Menschen. Jetzt war sie in Hamburg. Viele Kinder und Jugendliche feierten sie schon fast wie ein Popidol. Selbst die Kanzlerin lobt das Engagement der jungen Staatsbürger*innen: "Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen.“ Auf die umstrittene Verletzung der Schulpflicht ging sie dabei nicht ein. Ich war gestern in der Essener Innenstadt und ging an der Frida Levy Gesamtschule vorbei. An den Zäunen sind Plakate angebracht, die genau das Thema aufgreifen. „Wir ersticken im Müll“. Und ein Blick in die Grünanlagen rings um die Schule und auf den Lehrerparkplatz bestätigt die These. Fragt sich nur, wie die leeren Chipstüten, Kaffeebecher und sonstige Verpackungen dahin kommen. Vielleicht sollte man im Kleinen anfangen. Wie wäre es mit einem Projekttag zur Beseitigung vom Müll vor der eigenen Haustür? Learning by Doing. Meinetwegen auch in der Schulzeit.









Samstag, 2. März 2019

Arrivederci


FC Schalke 04, mein Verein, verliert heute gegen Fortuna Düsseldorf 0:4 (!). War’s das für den jungen deutsch-italienischen Trainer, Domenico Tedesco? Nach der enttäuschenden Niederlage stehen die Zeichen für den 33-jährigen auf Abschied, nachdem am vergangenen Spieltag schon der Sportdirektor die Brocken hingeschmissen hat. In der vergangenen Saison wurde Domenico Tedesco noch als Erfolgstrainer „auf Schalke“ und in der gesamten Liga gefeiert. In dieser Spielzeit läuft nichts.Die Mannschaft kickt grottenschlecht. Schlechteste Bilanz in 36 Jahren. Abstiegszone. Der Trainer stellte sich nach dieser „Klatsche“ den wütenden Fans in der Nordkurve. Es sah wie ein „Tschüs“ aus, obwohl er anschließend im Interview betonte, dass er sich nicht „verpissen“ würde. Aber die Fußballgesetze sehen in dieser Situation immer nur eine Lösung vor. Entlassung.


Freitag, 1. März 2019

Polizeireform muss her


Nach den Ermittlungspannen im Fall des massiven Kindermissbrauchs fordert der Ex-Polizeidirektor Bernd Liedtke eine Reform der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Eine kleine Polizeibehörde habe nicht das Now-How und Möglichkeiten wie eine große, so seine These. Der Landrat und Polizeichef von Wesel Ansgar Müller (SPD) spricht sich dagegen aus. Die Diskussion ist entfacht. Kein anderes Bundesland in Deutschland hält sich für die rund 50.000 Polizeibediensteten so einen behördlichen Flickenteppich vor wie NRW. Insgesamt 47 (!) Polizeibehörden plus drei Landesoberbehörden. 29 Polizeipräsidien mit Polizeipräsidenten und 18 Landrats- mit Kreispolizeibehörden mit Landräten an der Spitze. Jede Behörde benötigt Führungskräfte mit dazugehörigen Stäben und Führungsstellen. Umgangssprachlich: „Wasserköpfe“. Bei der farblichen Umziehaktion von Grün auf Blau wurde allen klar, was dies bedeutet. Denn erstmals gab es Innen- und Außendienstuniformen. Insider wunderten sich, wie viele Polizeibedienstete in schicke Innendienstuniformen gekleidet wurden.


Schon Anfang 2000 wollte die sozialdemokratische Landesregierung eine grundlegende Polizeireform auf den Weg bringen. Nach dem so genannten „Scheu-Papier“ sollte die NRW-Polizei nach dem Vorbild anderer Bundesländer verkleinert werden, von knapp 50 Behörden auf sechs oder 10  großen Polizeipräsidien. Das hieße, dass alle Landräte „ihre“ Polizeihoheit verloren hätten. Dann passierte etwas Unvorhergesehenes. Die SPD erlitt 2005 eine Wahlschlappe. Die neue schwarz-gelbe Landesregierung, unter Ministerpräsident Rüttgers und Innenminister Wolf (FDP), ließ die Reformpläne in den Schubladen verschwinden. Es blieb alles wie es war. Die Landräte, meist CDU, behielten „ihre“ Polizei. Machterhalt? Ich bin fest davon überzeugt, dass nach einer grundlegenden Reform viel mehr Polizisten*innen ihrer eigentlichen operativen Kernarbeit nachgehen könnten. Sie täten das, was sie gelernt und studiert haben. Klassische Polizeiarbeit. Schon damals forderte der höchste Beamte im Lande, der Polizeiinspekteur und spätere Polizeipräsident von Berlin Dieter Glietsch: „Macht die Stäbe schlanker.“ Nichts ist passiert. Im Gegenteil. Immer mehr Polizisten beschäftigen sich mit administrativen Tätigkeiten. Der Ruf nach mehr Einstellungen in den Polizeidienst ist zu einfach. Eine vernünftige Reform brächte mehr Polizisten auf die Straße und in den Ermittlungsbereich der Kripo. Polizisten in warmen Amtsstuben sorgen nur mittelbar für mehr Sicherheit und Aufklärung. Davon bin ich fest übezeugt.

Montag, 11. Februar 2019

Friedhofskatze



Hier fühlt sich die Katze wohl. Auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. Er ist der größte erhaltende in Europa. Seit 1880 wurden hier fast 120.000 Menschen jüdischen Glaubens beerdigt. Auch heute finden noch Beisetzungen statt. Seit 1970 steht der Friedhof unter Denkmalschutz. Während der Nazi-Zeit wurden hier besonders viele Berliner beerdigt, weil sie sich aus Verzweiflung das Leben nahmen. In einem Grabfeld liegt die Asche von 809 ermordeten Juden. Auch versteckten sich viele Juden aus Befürchtung vor einer bevorstehenden Deportation auf dem großen Gelände und in den Gebäuden. 2011 erschien ein sehenswerter Film über den Friedhof. Der Tagesspiegel schrieb: „Lebendiger kann ein Friedhofsfilm nicht sein.“ Und die Frankfurter Rundschau: “Ein schöner, oft sogar heiterer Film.“ Uns gefiel besonders die kleine rote Friedhofskatze, die über Grabsteine und durch die Grabstätten schlich.






Sonntag, 27. Januar 2019

Holocaust - Gedenktag


Deutsche ermordeten Deutsche und Menschen in ganz Europa. Der Grund: Sie hatten nach den Vorstellungen der damaligen Machthaber einen anderen Glauben als die übrigen Einwohner. 6 Millionen Frauen, Männer und Kinder mussten deshalb sterben. Viele schauten weg oder machten mit. Heute ist internationaler Holocaust-Gedenktag. Der Begriff stammt aus dem griechischen und bedeutet „vollständig verbrannt“. Die Menschen wurden nicht nur verbrannt. Sie wurden erschossen, vergast, erschlagen, zu Tode gespritzt. Mir ist eine Beschreibung aus dem Buch „Der SS-Staat“, das wir im Geschichtsunterricht gelesen haben, nicht aus dem Kopf gegangen: „Ein SS-Mann reißt einer Frau jüdischen Glaubens das Baby aus dem Arm und schlägt es mit dem kleinen Kopf gegen die Häuserwand.“
Heute ist der Holocaust-Gedenktag. 74 Jahre nach dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz. Alleine in diesem Lager mit den zahlreichen Außenlagern wurden bis zu 1,5 Millionen Menschen bestialisch getötet. Jedes Jahr wird den Opfern gedacht. In Israel heulen heute um zehn Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Das Leben kommt zum Stillstand, in den Straßen bleiben Passanten stehen, Autofahrer halten ihren Wagen am Straßenrand an, um im Stillen den Opfern des Holocaust die Ehre zu erweisen. Alle Fahnen wehen auf Halbmast.
Und was verbindet die Menschen in Israel und Deutschland? Das Trauma der Opfer und Täter über Generationen hinweg. Und allen meinen Landsleuten, die sagen, was habe ich damit zu tun, sage ich. Wenn ihr Deutschland liebt, wenn ihr gerne hier lebt, tragt ihr, wenn auch keine persönliche, aber eine historische Verantwortung – für immer. Das gilt übrigens auch für Menschen, die später aus anderen Ländern zu uns gekommen sind. Dem aufkeimenden Antisemitismus muss entschieden begegnet werden.
P.S. In meiner Heimatstadt wurden 2500 Essener jüdischen Glaubens ermordert.

Mittwoch, 2. Januar 2019

Emil und Uwe im SEK-Boot

Die schönsten Neujahrsgrüße habe ich jetzt von Emils Familie aus Ansbach bekommen. Die Fünf habe ich im letzten Jahr bei der McDonald's Kinderhilfe kennengelernt. Emil wurde in Essen im Protonenzentrum über viele Wochen behandelt. Seine Eltern und seine zwei kleineren Geschwister wohnten in dieser Zeit im Hundertwasserhaus der Stiftung. Mit ihm und anderen kranken Kindern habe ich das Polizeimuseum der International Police Association besucht. Aber auch sonst lauschte der kleine Junge aus Mittelfranken aufmerksam meinen Polizeigeschichten.
So erhielt ich kurz nach seiner Abreise im Mai folgende Nachricht von seinem Vater. Emil hat seine Schwester geschimpft, weil sie seinen Kuschelhund mit in die Küche gebracht hat: „Der muss doch oben bleiben, damit kein Einbrecher den Fernseher klaut!“ Papa Michael: „Emil, den Fernseher holt doch kein Einbrecher!“ Emil: „Doch, das hat der Polizist im Zauberschloss erzählt.“ Dreimal dürft ihr raten, wer der Polizist im Zauberschloss war. Als junger Schutzmann hatte ich mal einen Dieb festgenommen, der nachts mit einem gestohlenen Fernseher durch die Essener Innenstadt marschierte. Und jetzt hat Emil noch einen drauf gelegt. Papa Michael schrieb: „Als sich abzeichnete, dass Emil bei der vierten Chemorunde viel länger als geplant im Krankenhaus bleiben muss, war er untröstlich. Als Belohnung für seine Ausdauer wurde ihm aber ein Playmobil-SEK-Schlauchboot in Aussicht gestellt. Emil biss die Zähne zusammen und bekam das Boot. Nach dem Zusammenbau mussten die beiden Einsatzkräfte Namen bekommen. Emil hatte sich das schon überlegt, wie sich herausstellte: Der erste heißt natürlich Emil, der zweite Uwe Klein!“ Liebe Grüße und ein gesundes, fröhliches neues Jahr! Michael mit Steffi, Tilda, Clara und natürlich Emil. Da wird das Herz des alternden Ex-SEK-Mannes ganz weich. Künftig werden Emil und ich gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen.Und hier könnt ihr unsere erfolgreiche Festnahme im Film anschauen.https://www.youtube.com/watch?v=s9BSqDCXVu8