Montag, 9. Dezember 2019

„Paulines Haus“ – Gedenken an verstorbene Kinder für verwaiste Eltern


Ein kleines Mädchen in der Kirchenbank wischt die Tränen seiner Eltern aus den Augen. Ein anderes Kind schmiegt sich ganz eng an ihren Papa. Ein junges Ehepaar steht engumschlungen in der Kirche. Eine Mutter berichtet über den Tod ihres erwachsenen Sohnes, der nicht mehr leben wollte. Eltern, Verwandte, Freunde weinen als die Namen der Kinder verlesen werden. Es sind Szenen am Rande eines ganz besonderen ökumenischen Gottesdienstes – einer Lichterandacht mit Familien, die ein Kind verloren haben, gestern Abend in der Kirche an der Oberstraße in Rellinghausen. 
Bereits zum 18. Mal organisieren die Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern und die McDonald’s Kinderhilfe den Gottesdienst. „Was uns bleibt“ ist das Motto. Eine schwierige Frage. Eine Mutter gibt vielleicht eine Antwort. Vor 12 Jahren starb ihr ungeborenes Kind kurz vor der Geburt. Ein Sternenkind. Sie taufen es Pauline. Anstatt Blumen für die Grabstätte bittet die Familie um Geldspenden. Davon unterstützen sie ein Waisenhaus in Afrika. Der Name: „Paulines Haus“. Jedes Jahr besuchen die Eltern diesen Ort, werden von fröhlichen und lachenden Kindern empfangen.  

Auch wir schreiben Namen von Kindern, die viel zu früh gegangen sind, auf die gebastelten Sterne, die zum Schluss an den kleinen Tannenbaum gehängt werden.

Der Gedenktag an die verstorbenen Kinder findet jedes Jahr weltweit am zweiten Sonntag im Dezember statt.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen