Freitag, 11. November 2016

Freund Hein



Immer wenn ich als junger Mann meine Eltern besuchte, lag auf der Küchenanrichte meist ein Totenbrief. Es war wieder jemand gestorben. Aus der Familie, dem Kollegen- oder Bekanntenkreis. „Papa war in dieser Woche auf einer Beerdigung,“ hörte ich meine Mutter oft sagen. Ich war noch zu jung, um zu verstehen, dass so viele Menschen im Umkreis meiner Eltern gingen. Und viele Jahre später, geht es mir ähnlich. Die Konfrontationen mit dem Sterben nahestehender Menschen nehmen zu. Ich bin ja auch schon als Rentner und Opa auf der Zielgraden des Lebens. Da ich aber irgendwann beschlossen habe, den Tod als meinen Freund ("Hein") zuzulassen, ängstigt er mich nicht mehr.

Heute trugen wir einen lieben Kollegen zu Grabe. Erhard, 66 Jahre alt. Er war Polizist, aber vor allen Dingen Musiker. Sein letzter Gang wurde unter großer Anteilnahme von seinem Blasorchester und dem Polizeimusikkorps NRW begleitet. „Swing low, sweet Chariot“. 


 © uk-Fotos




Große Anteilnahme


Wir hatten einen Kameraden



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