Mittwoch, 21. Oktober 2026

Drei Kumpels starben auf der Zeche Hugo

 Vor genau 50 Jahren kamen drei Bergleute auf der Zeche Hugo in Gelsenkirchen-Buer ums Leben. Daran erinnert heute ein kleiner Artikel in der NRZ. Damals waren tödliche Unglücke im Bergbau keine Seltenheit: Immer wieder verloren Menschen bei der Arbeit unter Tage ihr Leben.

Für viele meiner Generation im Ruhrgebiet gehört der Bergbau zur eigenen Familiengeschichte. Der Großvater meiner Frau arbeitete auf der Zeche Hugo als Markscheider. Der heute kaum noch bekannte Beruf verbindet Vermessung und Planung: Markscheider vermessen Grubenbaue und dokumentieren die räumlichen Verhältnisse unter Tage.

Sabine an Oppas früheren Arbeitsplatz

 Mein Vater kam als Flüchtling aus Ostpreußen ins Ruhrgebiet. Obwohl Bergleute nach dem Krieg vergleichsweise gut verdienten und Deputatkohle für die warme Bude erhielten, stand für ihn fest: „Mich kriegt keiner in das schwarze Loch.“ Vielleicht prägte ihn das Leben auf einem ostpreußischen Gut, auf dem er vor dem Krieg aufgewachsen war. Mein „Oppa“ arbeitete dort als Jäger und Gärtner. Mein „Vadda“ war gelernter Friseur. Er schnitt vielen Bergleuten die Haare und rasierte sie. 1948 wechselte er zur Polizei. Und in seinem noch vorhandenen Notizbuch findet man oft die Berufsbezeichnungen: Bergmann, Steiger oder Arbeiter.

Dem Bergbau waren wir immer eng verbunden – nicht nur wegen der häufig schlechten Luft. Viele Väter unserer Schulkameraden arbeiteten auf dem Pütt. Und natürlich gehörte auch der FC Schalke 04 bis heute zu dieser Welt. Wenn 60.000 Menschen das „Steigerlied“ auf Schalke anstimmen, bekommen viele Gänsehaut – und mancher hat Pipi in den Augen. Glückauf!

 

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