Mittwoch, 29. April 2020

Polizist erschossen


Erschüttert und traurig. Ein Polizeikollege vom SEK (28)ist heute Morgen in Gelsenkirchen erschossen worden. Der Schütze, der durch die geschlossene Tür gefeuert haben soll, ist festgenommen worden. (Quelle: WDR-Nachrichten)


Verschiedene Medien berichten über den Vorfall. Schwerverletzt soll der Beamte, der SEK-Einheit Münster, in eine Klinik gebracht worden sein, wo er verstarb. Der Beamte trug eine Schutzweste. Das Projektil soll jedoch unglücklich in die Armbeuge eingedrungen sein. Die Wohnung des vermeintlichen Schützen in Gelsenkirchen sollte nach Drogen durchsucht, der Mann festgenommen werden. Es habe einen Hinweis auf seine Bewaffnung gegeben, deshalb sei ein SEK hinzugezogen worden. Alle Angaben unter Vorbehalt.

Eine offizielle Pressemeldung der Polizei habe ich noch nicht gefunden (Stand: 29.4.2020, 11.30) 

Um 17.28 Uhr gaben Polizei Gelsenkirchen und Staatsanwaltschaft Essen folgende Pressemitteilung heraus:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50667/4584513

upadate 30.4.2020: 
Die Polizei teilt mit: Am heutigen Freitagmittag, 30. April 2020, wurde der gestern auf der Augustin-Wibbelt-Straße in Gelsenkirchen-Buer festgenommene 29-Jährige auf Antrag der Staatsanwaltschaft Essen einem Haftrichter vorgeführt. Der Richter ordnete für den Beschuldigten die Untersuchungshaft wegen Mordes an.

Dienstag, 28. April 2020

Polizei-Trainingszentrum wird in Essen gebaut


In drei Jahren soll es fertig sein, das modernste Trainingszentrum für Polizisten in Europa. Für den Standort wurde eine Freifläche von insgesamt 20.000 Quadratmeter im Westviertel an der Frohnhauser Straße ausgesucht. Gestern informierten der NRW-Innenmister und Polizeipräsident die Öffentlichkeit: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11562/4582350


Seit Jahren ist das Schießtraining der Essener Polizisten eingeschränkt. Die marode Schießanlage aus den 1970er-Jahren im Bereich der ehemaligen Polizeischule ist schon lange außer Betrieb.
Seit Jahren marode - die Schießanlage in der alten Polizeischule
 

Montag, 27. April 2020

Maske ja, Maske nein - Humbug oder wissenschaftlich begründet


Wie aussagekräftig sind Erkenntnisse und Aussagen der Wissenschaft in den verschiedenen Disziplinen?
Viele Menschen orientieren sich an den vermeintlich gesicherten Erkenntnissen der Forscher zu hundert Prozent. Ein Argument, das in Debatten häufig benutzt wird. Zum Beispiel in der Medizin, wenn es gegen alternative Heilmethoden geht. Da werden Impfgegner und Homöopathen mundtot gemacht oder angefeindet, wie der Arzt Ignaz Semmelweis? Ganz lange her. Er kritisierte heftig die Schulmediziner im 19. Jahrhundert und machte sie und das Pflegepersonal aufgrund mangelnder Hygiene für die Müttersterblichkeit („Kindbettfieber“) bei Geburten verantwortlich. Er wurde belächelt und heftig angefeindet. Nestbeschmutzer. Später wurde er zum „Retter der Mütter“. Seine Hygienevorschriften sind heute noch vorbildlich. Hände waschen!
Prof. Ignaz Semmelweis (1818 -1865)
Ich habe noch als junger Schutzmann gelernt, dass viele Buß- und Verwarnungsgelder sowie Blutproben, die Unfallzahlen senken würden. Meyer, Stiefel, Jacobi hießen die Verkehrswissenschaftler. Wir haben deshalb in den 1970er-Jahren regelrecht Jagd auf Verkehrsteilnehmer gemacht. Der Spruch eines Vorgesetzten: “Wir sind heute wieder blutrünstig, wer drei Blutproben reinbringt, hat Feierabend.“ Dann mussten diese Tätigkeiten nach und nach aufgrund fehlenden Personals immer mehr reduziert werden. Nahmen jetzt die Unfallzahlen zu? Eigentlich nicht. Zugegeben, es gibt noch andere Faktoren, die für eine Abnahme sprechen.
Es ist richtig, dass Wissenschaft nicht ruht. Deshalb heißen die Menschen, die sich dort tummeln, ja auch Forscher. Eine wissenschaftliche Erkenntnis ist also eine Momentaufnahme.
Ab heute müssen die Menschen in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen Masken tragen. Schon wieder Anlass zur Diskussion. In Corona-Zeiten streiten sich die Wissenschaftler. Virologen gegen Virologen, Mediziner gegen Mediziner. Und im Internet und Talkshows wird das öffentlich getan. Jeder kann in den sozialen Netzwerken noch seinen Senf dazu geben oder absichtlich Fakenews verbreiten.
Früher blieben die wissenschaftlichen Streitereien meist im geschlossenen Bereich. Ich stelle mir vor, 1850 hätte es schon Internet gegeben. Armer Ignaz Semmelweis. Es wäre ihm noch schlimmer ergangen.
Zwischen die wissenschaftlichen Fronten geraten die Entscheider, also die Politiker. Im Bundesgebiet kommen sie zu unterschiedlichen Urteilen, Regelungen und Verordnungen. Und in Europa und weltweit? Selbst Boris Johnson hat sich nach seiner Coronainfektion mit kurzem Aufenthalt auf der Intensivstation vom Falken zur Taube gewandelt. Vom amerikanischen Präsidenten ganz zu schweigen. In stark religiösen Regionen werden sogar der liebe Gott oder seine Propheten bemüht. Religionswissenschaft?
Es sind schwierige Zeiten, nicht nur für Wissenschaftler, sondern besonders für diejenigen, die für unser Gemeinwohl zuständig sind – die Politiker. Ich bleibe dabei. In Deutschland machen sie einen guten Job.



Sonntag, 26. April 2020

Zeitreise - Polizeirevier Rellinghausen 1955

Das Essener Polizeimuseum an der Norbertstraße der International Police Association (IPA) ist zurzeit geschlossen, wie zurzeit wegen der Corona-Krise alle Museen. Ich nehme Euch auf eine kleine polizeiliche Zeitreise mit. Das Foto stammt aus dem Jahr 1955 und zeigt die Beamten des Polizeireviers Essen-Rellinghausen. Ja, da gab es noch viele Polizisten auf Essens Straßen. In der unteren Reihe mit der silbernen Mützenkordel und dem strengen Blick sitzt der Wachleiter, Polizeikommissar Schürmeier.
Beamte des Polizeireviers Essen-Rellinghausen 1955

Samstag, 25. April 2020

Tag des Baumes


Heute ist der „Tag des Baumes“. Ihn gibt es nicht erst seit dem Baumsterben im Rahmen der Klimaveränderung, sondern bereits seit 68 Jahren (!). Am 25. April 1952 pflanzten der Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr in der Bundeshauptstadt Bonn im Hofgarten einen Ahorn. Der „Tag des Baumes“ war geboren. Über den Baum gibt es seit Urzeiten Gedichte, Lieder, Geschichten. Bei der früh gestorbenen Alexandra (27) fällt uns sofort ihr Lied ein: „Mein Freund der Baum ist tot, er fiel im frühen Morgenrot.“
"Was vom Baume übrig blieb" - B 224 Gladbecke Straße

An manchen Orten im Stadtgebiet gibt es eine Menge davon. Immerhin war Essen 2017 die Grüne Hauptstadt Europas. Wälder, Kleingärten, Friedhöfe und Parks machen über 50 Prozent der Fläche des Stadtgebietes aus. Allein der Grugapark – einer der größten innerstädtischen Parkanlagen Europas – weist 70 Hektar auf. Die Hauptstraßen sind eher dürftig begrünt. In Bredeney auf der Alfredstraße (B 224) kann man auf der langgestreckten, schmalen Mittelinsel einige kleine Exemplare bestaunen. Je weiter man in den Norden fährt, umso kahler wird es. Schlechtes Beispiel ist die Gladbecker Straße (B 224) stadtauswärts ab dem Berthold-Beitz-Boulevard. Da gibt es einen schmalen Mittelstreifen. Und das Fisselchen Grün, das sich mühsam durch die Klinkersteine nach oben gräbt, wird dann aufwendig von städtischen Auftragsunternehmen weggemäht oder –gesaugt.

Die Anwohnerin Susanne Demmer berichtet laufend von diesen unsinnigen Arbeiten. Ein Beispiel von der Baumbepflanzung hat sie heute erneut mit folgendem Kommentar ins Netzt gestellt: „Der Sekt ist kalt gestellt. Altenessen feiert den internationalen #TagdesBaumes wie jedes Jahr an der B 224. Lets sing: "I'm turnin' my head up and down. I'm turnin', turnin', turnin', turnin', turnin' around and all that I can see is just a killed old city-tree.” Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Mittwoch, 22. April 2020

Corona - Vermummungsgebot


Jetzt doch auch in Nordrhein-Westfalen. Ab Montag  müssen die Menschen in Bussen und Bahnen (ÖPNV) und beim Einkaufen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen oder sogenannte Alltagsmaske tragen. „Bis dahin gilt weiter die dringende Bitte an die Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf im Einzelhandel, Mund und Nase zu bedecken“, heißt es in der Pressemitteilung der Landesregierung. Schals und ähnliche Stoffe tun es auch.
Da habe ich doch gleich die Melodie der „Höhner“ im Kopf: „Da simmer dabei! Dat is prima! Viva Coronia!

Ich entscheide mich für zwei der vorgestellten Modelle. Das mit der New Yorker-Ratte auf dem Kopf (Bildmitte)scheidet farblich aus. Schwarz-Gelb geht gar nicht. Der Bulle auf dem Kopf passt eher zu mir. Im Hintergrund läuft der Song der „Ersten Allgemeinen Verunsicherung“: Ba Ba Banküberfall, Ba Ba Banküberfall. Ba Ba Banküberfall, das Böse ist immer und überall.“






Dienstag, 21. April 2020

Rabih, mein Frisör in Corona-Zeiten


Einige Top-Fußballer lassen sich ihre Frisöre einfliegen, wie damals der extrovertierte Topspieler von Borussia Dortmund Pierre-Emerick Aubameyang. Er düste auch schon mal mit einem Jet nach Paris, um sich die Haare von einem Promi-Frisör richten zu lassen.
Meiner stammt ursprünglich aus Beirut. In der libanesischen Hauptstadt hat er sich vor vielen Jahren auch schon mal um die Haare von Superstars gekümmert. Er hat mir die Beweisfotos gezeigt. Seit rund 15 Jahren arbeitet Rabih jetzt am Porscheplatz in der Essener-Innenstadt. Er steht den ganzen Tag im Shop. Frau und vier Mädchen müssen versorgt werden. Sisha-Bars meidet er. Ihn ärgert es auch, dass sogenannte Familienclans sein Heimatland in Misskredit bringen, obwohl sie gar keine Libanesen sind, aber häufig in den Medien so bezeichnet werden.
Rabih (rechts im Bild), seit vielen Jahren mein Frisör
Ich bin von Anfang an in seiner haarigen Obhut. Zugegeben, meine Haare wurden naturgemäß immer weniger. Immer kürzer durch die Einstellung am Haar- und Bartschneider. Von 4 Millimeter auf 3, jetzt sind wir schon bei 1. Null traue ich mich (noch) nicht.
Alle zwei bis drei Wochen sitze ich für eine halbe Stunde auf seinem Stuhl. Die meiste Zeit beschäftigt sich der 43-Jährige allerdings mit dem unteren Teil meines Gesichts und den Augenbrauen. Manchmal findet er auch verirrte Haare in der Fläche. Die werden dann mit einem Faden entfernt, den er ganz geschickt zwischen Mund und Zauberhänden führt. Arabische Zupftechnik.
Sein Arbeitsplatz ist immer tip top aufgeräumt
Ich bin gerne bei ihm, erfahre eine Menge über seine Familie und sein Heimatland, dass er in Kriegszeiten verlassen musste. Frisörgeschäft gleich Nachrichtenbörse, Tratsch und Klatsch und Yellow Press. So war es immer.
Und seit Wochen ist Rabih zum Nichtstun verurteilt. Jetzt sollen die Kontaktbeschränkungen auch für Frisöre aufgehoben werden. Allerdings unter erhöhten Schutzmaßnahmen. Bin mal gespannt, wie das aussehen wird. Freue mich schon auf den nächsten Besuch.
So klappt der Frisörbesuch nicht