Dienstag, 15. Dezember 2015

Geld, Glück, Gutes...



3 100 000 000 000. Da musste ich erst einmal  nach den Nullen „googeln“. In Worten: 3,1 Billionen. So viele Euro werden bis 2014 an Vermögenswerten vererbt, besagt eine jetzt veröffentliche Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach.
So, liebe Politiker, besonders ihr Sozialdemokraten, jetzt aber mal ran an die Erbschaftssteuer, wobei nicht „Omma sein klein Häusken“ gemeint ist.

Rund 12 Milliarden Euro gingen uns durch dubiöse und betrügerische Finanzgeschäfte flöten. Aufgekippt ist der Steuerbetrug durch eine vom Land NRW für 5 Millionen Euro angekaufte „Steuersünder-CD“, berichten die Medien heute. Gut angelegtes Geld. Demnächst werden Fahnder bei einigen Banken auf der Matte stehen.   

Da bekommt das Zitat von Heiner Geißler (CDU) wieder seine berechtigte Bedeutung: „Es gibt Geld wie Dreck, es haben nur die falschen Leute.“

Oder an Menschen mit christlichen Werten noch dieses Bibelzitat gerichtet: „Sammelt keine Reichtümer hier auf Erden, wo Motten oder Rost sie zerfressen oder Diebe einbrechen und sie stehlen können…“ (Bergpredigt, Matthäus 6).



Die Stadt des Geldes - Frankfurt


Montag, 14. Dezember 2015

Weihnachtliches...



Das muss man erst mal hinkriegen; jeder Veranstalter würde sich die Hände reiben. Drei ausverkaufte Konzerte an zwei Tagen in der Essener Philharmonie. Die besten Karten waren schon im Sommer weg. Und das (fast) ohne Werbung.
Aufgetreten ist nicht irgendein Weltstar der klassischen Musikszene. Nein, es war „nur“ der Essener Polizeichor mit kräftiger Unterstützung beim diesjährigen Weihnachtskonzert. Gestern zum 61. Mal. Respekt.
Rund 160 Körper auf der Bühne. Also, Klangkörper. Frauen- und Männerchor, Orchester und Solisten.
Zugegeben, die Akteure, von der Sopranistin und ihren beiden Kollegen einmal abgesehen, waren schon im gesetzten Alter, die Zuhörer allemal, manche im Ü 80-Alter. Da fühlten wir uns richtig jung, meine Frau und ich.
Es waren drei wunderbare Konzerte und der gesellschaftliche Höhepunkt der Essener Sicherheitsbehörde. Der „neue“ Polizeipräsident Frank Richter traf in seiner Begrüßungsrede genau den richtigen Ton. Seine polizeiliche Weihnachtsbotschaft lautete sinngemäß: Nicht nur in dieser beschaulichen Zeit sollten die Menschen die Werte der Weihnacht leben, sondern das gesamte Jahr über ("Nehmen Sie das Gefühl ins neue Jahr mit").
Denn, auch Maria und Joseph fanden vor über 2000 Jahren nur unter erschwerten Voraussetzungen eine Bleibe, zwar in keinem Zeltdorf aber in einem offenen zügigen Stall mit Ochs und Esel in einem Landschaftsschutzgebiet. Frohe Weihnachten…

Der Polizeipräsident Frank Richter fand die richtigen Worte

Nicht nur die Ränge waren voll besetzt - auch die Bühne bot kaum noch Platz

Samstag, 12. Dezember 2015

Im Namen des Volkes?

Eine Frau (40) zieht jahrelang mit zwei Männern durch Deutschland. Die beiden Angehörigen der Nazi-Szene töten Menschen, fast ausschließlich Männer mit ausländischen Wurzeln. Aus Hass. Auch eine junge Polizistin ist unter den Opfern.
Die Frau steht seit zweieinhalb Jahren (!) vor Gericht und schweigt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Verdacht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Beteiligung an Morden und Sprengstoffanschlägen.
In dieser Woche kündigen die Medien an, dass die Angeklagte endlich vor Gericht aussagen möchte. Was folgt ist ein Witz. Sie spricht persönlich erst gar nicht. Ihr Anwalt liest ein 53-seitiges strategisches Pamphlet vor. Die Angeklagte lächelt vor Beginn des Verhandlungstages (in die Pressekameras?).
Was müssen die Angehörigen der Opfer in solchen Momenten denken und ertragen?
Die bundesrepublikanische Justiz wird bei derartigen Prozessen am Nasenring durch die Gerichtsäle gezogen. Ich bin für Rechtstaatlichkeit, ich bin für eine faire Justiz, ich bin nicht für kurze Prozesse.
Aber derartige Verfahren sind nicht mehr im Sinne der Bürger. Da bin ich sicher. Und der Satz „Im Namen des Volkes“ trifft schon lange nicht mehr zu. Die Judikative und richterliche Gewalt im Staat hat sich ihre eigene Welt geschaffen.
Ich stelle mir einmal in solchen Gerichtsverfahren eine Volksabstimmung vor. Lieber nicht.


 
 

Freitag, 11. Dezember 2015

"Pedda" hat ne Neue...




Peter Maffey, auch schon im Rentenalter, hat ne Neue. Bei Musikern nix Besonderes. Aber der Altersunterschied ist schon krass, knapp 40 Jahre, wie bei „Oppa“ und Enkelin.  
Im Oktober, so die Regenbogenpresse, hat er die Lehrerin kennengelernt – im Sommer noch seine vierte (!) Frau kirchlich geheiratet.
Apropos Sommer. Da gab es 1970 den Song von ihm, in dem  eine reife Frau einen Jugendlichen in die körperlich Liebe einführte. „Und es war Sommer …ich war 16 und sie 31…“
Jetzt könnte er das Lied doch umtexten: „… da traf ich sie und sah in ihre Augen und irgendwie hatt' ich das Gefühl, als winkte sie mir zu und schien zu sagen: Komm setz dich zu mir: Ich bin 28 und du 66…“ 
Wie sich die Zeiten ändern.

 Peter Maffey in jungen Jahren - Schallplatten von ihm sind noch in meiner Sammlung

Mittwoch, 9. Dezember 2015

John Lennon



Gestern vor 35 Jahren - am 8.12.1980, um 22.50 Uhr -  wurde John Lennon von einem psychisch Kranken vor seinem Wohnhaus ermordet. Er starb im Alter von 40 Jahren. Noch einige Stunden vor der Tat ließ sich der Mörder vor dem Dakota Building mit ihm beim Signieren einer Schallplatte fotografieren.
Die Witwe von John Lennon, Yoko Ono,  wohnt nach wie vor in dem berühmten Haus in Manhattan. Einen Steinwurf davon entfernt hat sie im Central Park die Gedenkstätte „Strawberry Fields“ gestalten lassen. Fast jeden Tag treffen sich dort Fans von John Lennon, stellen Kerzen auf, legen Blumen nieder oder singen seine Songs.  John Lennon wäre heute 75 Jahre alt. Seine Text „Imagine“ ist so aktuell wie nie.
„ […] Stell dir vor, es gäbe keine Länder, das ist nicht so schwer. Nichts, wofür es sich zu töten oder sterben lohnte. Und auch keine Religion. Stell’ dir vor, all die Leute lebten ihr Leben in Frieden. […] Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer, aber ich bin nicht der einzige! Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein. Und die ganze Welt wird eins sein.“

https://www.youtube.com/watch?v=VOgFZfRVaww

 Gesehen in einer New Yorker Galerie

Der Tatort und das Wohnhaus von John Lennon und Yoko Ono

 Gedenkstätte im Central Park

Montag, 7. Dezember 2015

Mutter...



Manche Zeitungsmeldungen sind so überflüssig wie ein Kropf. Beispiel gefällig. Heute berichtete meine "grüne" Tageszeitung im Kulturteil (ja, den lese ich auch) unter der Überschrift „Anne-Sophie Mutter spielt nur noch schulterfrei“ nicht über eine Kindesmutter, sondern über die Star-Geigerin gleichen Namens, die fortan nur noch in schulterfreien Kleidern auftreten möchte. Die 52-Jährige wird zitiert: “Ich würde sterben mit Ärmeln.“ Also, Frau Mutter, erstens, Sie würden sie nicht sterben und zweitens, wat denn nun, schulterfrei oder ärmellos. Das ist doch in der Kleidermode ein Unterschied, oder? Und jetzt noch ein sorry, dämliches Zitat:“ Man spielt Klavier ja auch nicht mit Handschuhen.“ Liebe Frau Mutter, es ehrt Sie ja, dass Sie mit 52 Jahren noch Haut zeigen möchten. Allerdings, alle großen männlichen Geiger und auch Ihre formidablen Geschlechtsgenossinnen spielen ihr Streichinstrument nicht in Handschuhen. 
Oder wird demnächst David Garrit im Unterhemd auftreten?  

Anmerkung: Ich hoffe, Frau Mutter, Sie sind in der Meldung richtig zitiert worden. Wenn nicht, bitte ich jetzt schon um Entschuldigung.

 Artikel aus der NRZ vom 7.12.2015

Sonntag, 6. Dezember 2015

Tour de France...



Diese Woche war mal wieder ein Belastungs-EKG  (Elektrokardiogramm unter körperlicher Aktivität) fällig. Herzkontrolle. Für mich ist der Belastungsakt immer ein kleine Tour de France. Du musst Fahrradfahren.  Es beginnt mit einer Flachetappe, dann geht’s in die Berge. Wat? Ja, alle drei Minuten Steigerung um 50 Watt. Der Tritt wird von Mal zu Mal schwerer und anstrengender. Und da ich noch nie gerne Fahrrad gefahren bin, ist diese Tour für mich eher eine Tortur.
 Am zweiten Tag meiner persönlichen Radrundfahrt in den Praxisräumen höre ich die Stimme der Arzthelferin: „Oh! Ihr Blutdruck ist ein bisschen hoch – 210! Wir messen mal lieber per Hand.“ Ein technischer Defekt war die Ursache, mein Blutdruck ist entsprechend normal. Zwei Etappen in den Bergen weiter, vernehme ich erneute die Stimme der Tourbegleiterin:“ Haben Sie Engelsgefühle?“ Verschwitzt und außer Atem frage ich zurück: “Bitte? Was? Engelsgefühle?“  War das doch vorhin kein technischer Defekt am Gerät? Die Arzthelferin wiederholte:“ Ich meine Engegefühle in der Brust – ohne L und S in der Mitte?“. Ach so, falsch verstanden.
 In Paris angekommen erhielt ich die Auswertung vom Tourarzt: “Alles O.K.! Ihr EKG ist top.“ Ein gelbes Trikot für den Toursieger, ein grünes für den besten Sprinter oder ein rot-gepunktetes für den besten Bergfahrer habe ich nicht bekommen. Egal.
Mir reichte schon der der sportliche Gedanke: „Dabei sein ist alles.“ Und über das Ergebnis bin ich hoch erfreut.

 Vor dem Start noch kurz ein Erinnerungsselfie