Donnerstag, 3. Dezember 2015

Tatort...


Der „Tatort“ hat Geburtstag. Er wird 45 Jahre alt (960 Folgen). Und ich habe in zwei Episoden mitspielen dürfen.  
Der Schimanski-Tatort „Der Tausch“ war 1986 die 180. Folge. In dieser haben drei SEK-Kollegen und ich mitgemacht. Ein ganzer Drehtag nur für uns. Wir spielten iranische Terroristen und sollten in Duisburg einen Gefangenen aus dem Knast befreien. Eine richtige Action-Szene mit viel Ballerei. Etwa acht Stunden Drehzeit, übrig blieben knapp 2 Minuten, gleich die erste Szene im Film. Der Song „Midnight Lady“ von Chris Norman stammt aus diesem „Tatort“. 
An die Rolle sind wir gekommen, weil unserer Düsseldorfer SEK-Kollegen plötzlich zu einem richtigen Einsatz mussten. Die hatten mit der Produktionsfirma Bavaria gekungelt. Und nun suchten sie auf die Schnelle ein Ersatz-Quartett. Dies fanden sie in Essen. Es durfte natürlich niemand wissen. Eine dienstliche Genehmigung hätten wir nie bekommen.
Wir waren jung, wollten Spaß und trugen im Film Masken. Was sollte schon passieren, dachten wir vor den Dreharbeiten? Und dann haben wir für 400 DM Gesamtgage im wahrsten Sinne des Wortes unseren „Arsch riskiert“, beamtenrechtlich und körperlich. Es ist gut gegangen und mittlerweile verjährt. Jetzt ist „Der Tausch“ eine schöne Anekdote meiner Schaffenszeit und „der Rentner“ kann mal wieder von früher erzählen. Und in einem anderen historischen Tatort durfte ich sogar einen Satz sagen. Aber davon später.

Der Tausch auf Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=2eLbFkDLH3c&list=PLMbPbsn-u_g3NCWaPzN65uk_o8nhvJBU2&index=27







Oben links mit der roten Lampe bin ich. Erkennt man doch sofort. Die anderen Mike, Dietmar und Raymund...

Sonntag, 29. November 2015

Freundinnen...



Die beiden Schwestern kamen gerade aus der Klinik, ich räumte das Techniklager auf. Das ist neben meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als „Haus- und Hoffotograf“ mein neuer Job („Tech-Nick“) bei der McDonald’s Kinderhilfe Essen im Hundertwasserhaus.

Samantha (8) und Stefania (5) wollten sofort mit mir („Warum hast Du so einen weißen Bart?“) spielen, malen und fotografieren. Mit Aufräumen war Schluss. Wir Drei - Mama konnte sich ein bisschen ausruhen - hatten eine Menge Spaß. Die Mutter wohnt zurzeit mit Samantha und Stefania im Hundertwasserhaus. Sechs Wochen lang, 5 Tage die Woche, muss die 8-Jährige ins nahegelegnen Klinikum zur Protonenbestrahlung.

Und immer freitags hallt es dann durch Haus – Uwi, Uwi! Richtig hinten mit I. Meine Oma hat mich als Kind vor rund 50 Jahren auch so gerufen. Samantha und Stefania dürfen das. Sie sind ja jetzt meine neuen Freundinnen.

Übrigens: Wäre das nicht ein schönes vorgezogenes oder zusätzliches Weihnachtsgeschenk? Am Mittwoch, dem 23.12.2015 gibt der Chinesische Staatszirkus mit dem weltberühmten Clown Oleg Popov eine Sondervorstellung in Essen, Frintroper Str. 100, zugunsten der McDonald’s Kinderhilfe. Karten unter www.weltcirkus.de

Fotos: Das Weihnachtsfoto mit den Kindern hat Anja Kehnen gemacht, die Bilder mit der kleinen Stefania und mir ihre große Schwester Samantha. Sie will jetzt Fotografin werden.

Samantha - ein verschmitztes Lächeln für den Fotograf

 Die Köpfe sind schwer - Foto: Samantha
Mit "Uwi" in der Spielecke - Foto Samantha

Schwestern
 "Uwe, warum hast Du so einen weißen Bart?" - "Deshalb!"
Foto: Anja Kehnen

Donnerstag, 26. November 2015

Hoher Blutdruck



Seit meinem „Herzeleid“ Anfang des Jahres soll ich streng auf meinen Blutdruck achten. Tue ich auch, jeden Tag drei Mal messen. Bislang ist er im normalen Bereich. Jetzt stieg er allerdings von jetzt auf gleich in nicht gekannte Höhen – Hypertonie im Fachjargon.  Grund war der Anruf bei dem Arzt meines Vertrauens. Ich wählte die mir bekannte Nummer. Und jetzt beginnt der Moment des Blutdruckanstiegs. Verwählt? Bin ich bei einer dieser bescheuerten Servicehotlines gelandet?  Eine Telefonstimme ertönt: „Wenn Sie ein Rezept benötigen, drücken Sie die 1. Möchten Sie einen Termin vereinbaren, drücken Sie die 2. Bei sonstigen Anliegen drücken Sie die 3.“ Vor Schreck habe ich gleich die Leitung gekappt.
„Ne, ne, Doc, dat is Kokolores. Wat soll denn die Omma mit die Wählscheibe jezz drücken. Geht doch ga nich. Hau die neue Telefonanlage inne Tonne?“
Damit sich mein Blutdruck wieder normalisierte, habe ich der Praxis ein Mail geschickt und auf diesem Weg meinen EKG-Termin bekommen.




 Soll es noch geben. So sahen die Telefone früher aus (liebe Kinder)

Mittwoch, 25. November 2015

Nicht der Richtige...


Seit ein paar Wochen ist der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) nicht mehr im Amt. Abgewählt. Manche sagen sogar „abgestraft“.  Die Vorsitzende seiner eigenen Partei, Britta Altenkamp,  hielt ihn schon vorher nicht für den besten Kandidaten.
Reinhard Paß wirkte nach außen häufig distanziert unterkühlt. In seiner Amtsführung machte er auch nicht immer die beste Figur („GVE-/ EBE-Skandale“). Jetzt lese ich in meiner Tageszeitung (NRZ), dass er seinen langjährigen Kollegen, den ehrenamtlichen Bürgermeister Rolf Fliß (Grüne) stil- und niveaulos aus dem Rathaus schickte.  Das OB-Büro forderte Rolf Fliß, immerhin 10 Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister, lediglich auf, den Schlüssel seines Büros abzugeben, heißt es im Artikel.
Seinen eigenen Abgang ließ sich der Ex-Oberbürgermeister allerdings noch durch einen juristischen Schachzug durch die volle Pension versüßen.
Zweimal traf ich den ehemaligen Oberbürgermeister persönlich. Ich war sehr enttäuscht von diesen Begegnungen und von meinem Parteifreund (was er allerdings nicht wusste). Von Bürgernähe keine Spur.
Die „rote“ Britta hatte wohl doch das richtige politische Näschen: “Reinhard Paß sei die falsche Person  für das Amt des Oberbürgermeisters von Essen.“ Gescheitert an der Arroganz der Macht?

 Der Ex-Oberbürgermeister Reinhard Paß 2010 bei einer Veranstaltung auf dem Willy Brandt - Platz

Immer freundlich - Ex-Bürgermeister Rolf Fliß (rechts) . Selbst hier als Demonstrant mit dem Einsatzleiter der Polizei vor der Messe 
(c) uk-Foto 2011

Montag, 23. November 2015

Den Großen ganz nah...Willy Brandt



Als Polizist hatte ich das Privileg in den 1970er- und 1980er – Jahren einigen großen Politiker ganz Nahe zu sein. So den drei Bundespräsidenten Gustav Heinemann, Richard von Weizäcker, Carl Carstens, dem bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Joseph Strauß, dem russischem Staatspräsidenten Wladimir Putin, dem amerikanischen Vize-Präsidenten George Bush (sen.), dem Bundeskanzler Helmut Kohl und dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker.

Eine kleine Begegnung mit einem der größten deutschen Politiker war für mich allerdings die eindrucksvollste. Beim Parteitag 1984 hielt der Vorsitzende der SPD Willy Brandt eine flammende Rede in der Essener Grugahalle. Sie wurde auf Monitoren nach hinten „Backstage“ übertragen. Dort saß ich mit „meiner“ SEK-Gruppe. Es galt immer noch die höchste Sicherheitsstufe zu Zeiten des RAF-Terrorismus.Nach Ende der Rede ging ich zur Bühne und stieß plötzlich hinter dem Vorhang auf Willy Brandt. Der 71-Jährige saß in sich gekehrt, ein wenig nach vorne gebeugt auf einem Holzstuhl und rauchte eine Zigarette, niemand bei ihm. Der SPD-Vorsitzende war nicht wieder zu erkennen. Gerade noch jemand, der eine ganze Halle voller Menschen begeisterte und in diesem Moment ein ausgebrannter, einsamer Politiker. Welch ein Unterschied innerhalb weniger Minuten. Oft denke ich als passionierter Fotograf und Willy Brandt-Fan („1972 Willy wählen“): Wäre das ein tolles Foto geworden.

Fotos: Von meinen Begegnungen gibt es keine Bilddokumentationen. Zum einen galt bei derartigen Einsätzen striktes Fotografieverbot und fotografierende Telefone gab es noch nicht. Zwei Zeitdokumente aus der WAZ sind noch vorhanden. Na ja, eher eineinhalb.
Willy Brandt hat ein bescheidenes Ehrengrab auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf. 


 Mit Bundespräsident Karl Carstens auf Wanderschaft

 Mit Bundespräsidernt Richard von Weizäcker, rechts sieht man noch mein Funkgerät
2009 holte ich das verpasste Foto von Willy Brandt nach

Donnerstag, 19. November 2015

Gedenken an meinen kleinen Freund......


Heute vor einem Jahr starb Moritz. Er wurde nur acht Jahre alt. Unsere ungewöhnliche Freundschaft begann bei der McDonald’s Kinderhilfe Essen und dauerte nur ein knappes Jahr. Hier, im Hundertwasserhaus, wohnen Eltern und Angehörige während der Behandlungszeit ihrer schwerkranken Kinder. Meine Frau und ich arbeiten dort ehrenamtlich. Man sah dem kleinen Mann seine Krankheit an. Eine lange Narbe zog sich quer über seinen kahlen Kopf. Auf der Nase trug er eine große schwarze Hornbrille. Moritz lachte mich an. Und auf die Frage, was er denn einmal von Beruf werden wolle, schwäbelte es aus ihm heraus. „Natürlich Bollezischd (Polizist), Scharfschütze beim SEK.“ Rums, das saß. Ich war Polizist und acht Jahre davon beim SEK. Moritz hatte sofort mein Herz erobert. Bei unseren nächsten Treffen war Moritz trotz seiner Krankheit immer voller Lebenslust. Auf Hunderten meiner Fotos lacht er. Moritz starb still und friedlich zu Hause am 20.11.2014.
Die Krankheit war aus seinem Gesicht verschwunden. Und selbst bei den letzten Aufnahmen, als er dort so entspannt in der kleinen Polizeimontur lag, meinte ich, ein Hauch von einem Lächeln wahrgenommen zu haben.
In Gedanken sind wir heute bei Sylke und Michael, seinen Eltern, natürlich bei seinem großen Bruder Niklas, seinen Omas und seinem Opa sowie allen Angehörigen in Mühlheim an der Donau.

Fotos: Moritz mit Mama, Papa, Bruder. Und wir "Bollezischden". Auf dem letzten Bild steht Moritz vor dem Wunschbaum im Hundertwasserhaus. Er hatte eigentlich nur einen Wunsch, ganz normal zur Schule gehen zu dürfen.
 





 

Dienstag, 17. November 2015

Doofe Tussis


In den letzten Tagen bekomme ich wieder vermehrt Post. Also, elektronische. E-Mails. Die Absenderinnen heißen: Brandy Sherman, Helga Bullok, Cathleen Padilla, Anna Graf, Myra Berger, Tina Steele und andere. Alle finden mich gut oder sogar süß („Hi sweetie…“). 
Ich kenne keine von denen. Jetzt mutiere ich wieder zu Herrn Hassknecht von der ZDF heute-show: „Sagt einmal. Habt Ihr sie noch alle? Ich kenne euch Doofen nicht. Und ich klicke auch nicht auf den Link, den ihr mitschickt. Tina ist sogar so blöd, dass sie sich im Text Gina nennt (Foto). Ja, wat denn nun? Kennst noch nicht einmal deinen Namen. Lasst mich endlich in Ruhe, ihr blöden Tussis. Ihr landet sowieso im Junk-Ordner, also im Müll!“