Montag, 23. Februar 2026

Zum Gedenken an Norbert

 Mein Polizeikollege Norbert Schmitz war ein stattlicherKerl, stets lustig und bei allen beliebt. Als Polizist in Düsseldorf und leidenschaftlicher Motorradfahrer war der 26-Jährige oft mit seiner BMW, der liebevoll „Gummikuh“ genannten Maschine, unterwegs – sowohl dienstlich als auch privat. Die Begeisterung für Motorräder verband ihn mit vielen Gleichgesinnten. Und mit mir.

Ein scheinbar harmloser Verkehrsunfall in der Innenstadt der Landeshauptstadt wurde zur Katastrophe. Der Unfallverursacher, ein 24-jähriger Mann, griff plötzlich nach Norberts Dienstwaffe und richtete sie gegen sich selbst. Mit einem Schuss beendete er sein Leben, das Projektil durchschlug jedoch nicht nur seinen eigenen Schädel, sondern traf auch Norbert schwer. Während der junge Mann sofort verstarb, wurde Norbert mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Das Geschoss konnte zwar aus der Stirn entfernt werden, doch die Folgen waren gravierend: Von diesem Tag an war Norbert schwer behindert und saß im Rollstuhl.


 Nach mehreren Wochen besuchten meine Frau und ich Norbert in der Rehabilitation. Unsere Freundschaft stammte aus gemeinsamen Zeiten im Mülheimer Motorradclub MEP. Die Nachricht von Norberts Tod traf uns später tief.

Anmerkung: Die Polizeiin Nordrhein-Westfalen setzte damals auf Vollmantelgeschosse, ursprünglich fürmilitärische Zwecke konzipiert. Heute kommen „Mann-Stop-Geschosse“ zum Einsatz, die zwar weniger Durchschlagskraft besitzen, aber Angreifer sofort außer Gefecht setzen sollen und so die Sicherheit für Unbeteiligte erhöhen. Das Motiv des "Selbstmörders" wurde nie bekannt.

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen