Sonntag, 12. November 2023

Kein Raum für Antisemitismus und Antirassismus in Essen.

Rund 4500 Menschen versammelten sich Sonntagabend vor der Alten Synagoge an der Schützenbahn. Sie setzen ein Zeichen gegen Antisemitismus.
„Wir stehen an der Seite von Israel“, hörten die Teilnehmer von Oberbürgermeister Thomas Kufen. Und an die Menschen jüdischen Glaubens in Essen: „„Ihr seid nicht allein.“
 Diese Lichterkette war eine Antwort auf die islamistische Demonstration vor ein paar Tagen, die bundesweit Schlagzeilen machte. Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen, Parteien, Kirchen und Behörden – darunter auch Essens Polizeipräsident Andreas Stüve - hielten ein Banner auf der Treppe in den Händen: Essener Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt.

Am Ende konnten die Teilnehmer ihre Kerzen auf der Treppe zur Kulturstätte abstellen. Ein eindrucksvolles Bild. Diese Veranstaltung sendete ein eindeutiges Signal an alle Demokratiefeinde. Wir wollen euch nicht in unserer Stadt.
 

Schalwa Chemsuraschwili, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Essen




Polizeipräsident Andreas Stüve (Bildmitte) im Gespräch mit OB Thomas Kufen

Superintendentin des Kirchenkreises Essen ist Marion Greve, Pfarrerin in der evgl. Erlöserkirchengemeinde

 





 
 

Sonntag, 23. Juli 2023

Sternfahrt der „Blue- und Red-Knights“ für die Anschlagsopfer

Essen/ Ratingen: Rund 300 Motoradbegeisterte aus Justiz, Zoll, Feuerwehr und Polizei – organisiert in den Motorradclubs „Blue- und Red-Knights“ – machten sich am Samstag (22.07.2023)  in einer Sternfahrt auf den Weg nach Ratingen. Mit der Fahrt sammelten die Biker aus der Blaulichtfamilie Spenden und setzten ein Zeichen der Solidarität und des Respekts mit den Einsatzkräften, die bei dem gemeinen Feueranschlag in Ratingen teilweise lebensgefährlich verletzt worden waren. Drei Polizisten befinden sich immer noch im Krankenhaus. Die Schirmherrschaft übernahm NRW-Innenminister Herbert Reul.


 Gestartet wurde in Moers, Köln, Dorsten und in Essen. Den Anstoß und die Idee für die Sternfahrt gab und hatte der Polizeibeamte Günter Geukes (59) aus Bocholt (Vizepräsident der Blue Knights 22). 

Vor der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Ratingen sprachen neben dem Veranstalter, der Ratinger Bürgermeister Klaus Pesch, die NRW-Staatssekretärin und frühere Polizeibeamtin Dr. Daniela Lesmeister, der Mettmanner Polizeichef Thomas Decken und Leiter der Ratinger Feuerwehr René Schubert.

Ein vierstelliger Betrag kommt den Opfern des Brandanschlags zugute. Unterstützt wurde die Sternfahrt von der International Police Association (IPA) in Essen. Von der Polizeiliegenschaft an der Theodor-Althoff-Straße aus startete die Gruppe nach kurzer Rast und Stärkung mit 60 Motorrädern in Richtung Ratingen.

Fotoimpressionen:













 

 

Samstag, 22. April 2023

NACHWUCHSSORGEN BEI DER POLIZEI


Die NRW-Polizei hat Nachwuchssorgen. Es fehlen die Bewerber. Die Landesregierung (CDU/ Grüne) wollte 3000 junge Leute einstellen. Ziel verpasst. Die Bewerbungsfrist wurde verlängert.
Jetzt kommt ein neuer Vorschlag vom Innenminister Herbert Reul. Seiteneinsteiger sollen das Defizit ausgleichen. In der NRZ wird der CDU-Politiker wie folgt zitiert: „Vielleicht Spezialisten wie Bankkaufleute oder Leute aus einer Kfz-Werkstatt oder – das wäre traumhaft – aus der Informationstechnologie.“
Diese Idee ist nicht neu. In den 1960er-Jahren stellte der damalige Innenminister Willi Weyer (FDP) Polizisten aus anderen Berufen ein. Viele davon aus dem Bergbau nach dem Zechensterben im Ruhrgebiet. Sie wurden intern „Weyerlinge“ genannt. 
Werbeplakat aus den 1960er-Jahren

 
Ich hätte einmal einen anderen Vorschlag für die Landesregierung: Polizeireform im großen Stil. Kein anderes Land hat 47 (!) Polizeibehörden, davon 29 Landratsbehörden und 18 Polizeipräsidien. Hinzu kommen drei Landesoberbehörden - Landeskriminalamt (LKA), Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) und Landesamt für Aus-/ Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP - mit jeweils über 1000 Bediensteten. Kein anderes Bundesland hat so ein zerklüftetes System. Anfang 2003 wollten SPD, Grüne und FDP dieses nach einem Landtagsbeschluss ändern. Der ehemalige Landespolizeipräsident aus Hessen, Udo Scheu, legte das Ergebnis der 13-köpfigen Kommission vor. Auf sechs bis zehn bis maximal 20 Polizeipräsidien sollte NRW reduziert werden. Zu früh gedacht. Denn 2005 gab es einen überraschenden Regierungswechsel. Der neue Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und sein Innenminister Ingo Wolf (FDP) ließen das „Scheu-Papier“ wieder in den Schubladen verschwinden. Der Grund wird vermutet. Damit hätten viel CDU-Landräte „ihre Polizei“ abgeben müssen. Am Rande: Bei der Umstellung der Polizeiuniformen von Grün auf Blau wurde die hohe Anzahl der Innendienstkräfte bekannt, weil zwischen Außen- und Innendienstuniform eingekleidet wurde. Manchmal hilft ein Blick zurück in die Polizeigeschichte.
 
Das Foto stammt aus dem Polizeimuseum der International Police Association (IPA) Essen: Die Polizei warb in der 60er-Jahren mit Porsche, Cabrio und Motorrad. Später kam noch der Hubschrauber hinzu.