Schon gestern feierten rund 3500 Fans beim Abschlusstraining
ihre Mannschaft „auf Schalke“. Einen Tag vor dem Derby aller Derbys hüllten sie
das Trainingsgelände in einen Ort „der 1000 Feuer“. Aus Sicht der beiden Lager heißt das Spiel: Herne-West
gegen Lüdenscheid Süd. Gespielt wird in der „verbotenen Stadt“. Nicht in China,
sondern in Dormund, 42 Kilometer Luftlinie östlich von Gelsenkirchen.
Ich bin in der Gelsenkirchen-Buer geboren und habe dort vor
43 Jahren eine „Schalkerin“ geheiratet, eine Leichtathletin. Frauenfußball gab
es noch nicht. Als Kinder durften wir
für „lau“ auf Schalke. Die Polizeieinsatzkräfte versteckten uns Polizistenkinder
in ihren Mannschaftswagen und schmuggelten uns so kostenlos in die
Glückaufkampfbahn. Wenn es durch das Tor ging, hieß es: „Los, ducken!“ Und wir machten
uns noch kleiner als wir sowieso schon waren und lagen zu Füßen der
Polizisten auf dem Bodenblech. Aus mir konnte doch nur ein „Schalker“ werden.
Vor 35 Jahren zog ich nach Essen. Ich mag die Stadt, mein „Fußballherz“ blieb
allerdings 30 Kilometer nördlich zurück. „Blau und Weiß ein Leben lang“, heißt
der Vereinsslogan. Im Vereinslied wird noch eins drauf gesetzt: „Blau und Weiß,
wie lieb ich dich“.
So hoffen wir Königsblauen heute auf einen Sieg im Derby
aller Derbys. Und wenn es nicht klappt. Auch nicht tragisch. Es folgen ja noch
so viele, mindestens zwei pro Saison, FC Schalke 04 gegen Ballspielverein
Borussia 09 e.V. Dortmund. Außerdem – es ist doch nur ein Fußballspiel. Oder?
Der Beweis "Meine" Schalkerin" - vor etwa 45 Jahren. In Abwandlung des Zitats, "Ach was, ich liebe keine Staaten,
ich liebe meine Frau; fertig!", von Gustav Heinemann (Essener
Bundespräsident):“ Ich liebe keine Vereine, ich liebe meine Frau, fertig.“
"Blau und Weiß, wie lieb' ich dich" (gesehen 2010 bei Spiel S04 gegen Werder Bremen)
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